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Von der Hinwendung zu Gott im Herzen
Aus persönlicher Erfahrung wissen wir, dass es zur Klärung offener Fragen oft hilfreich ist, ein persönliches Gespräch zu führen. In einem solchen Austausch können wir mit Hilfe unserer Sinne Gedanken, Anliegen und Wünsche klar ausdrücken und mitteilen.
In ähnlicher Weise eröffnet uns auch unser Herz einen Weg der offenen Kommunikation und bewussten Hinwendung zu Gott.
Das Herz ist der universelle Ort des Göttlichen in uns der ewige, beständige und göttliche Teil im Menschen. Es kann als Raum der Begegnung und des Austauschs mit Gott dienen, der in allem gegenwärtig ist. Dieses geistige Herz ist der Himmel in uns: der unendliche Bewusstseinsraum höchsten Friedens und tiefster Liebe. Deshalb spricht die Bibel vom inwendigen Reich Gottes, vom Himmel in uns.
„Das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ (Lk 17,21)
Durch die bewusste Hinwendung unseres inneren Geistes zu diesem ewigen Reich Gottes können wir in der Gegenwart Gottes unseren unsteten Geist beruhigen, Kraft schöpfen und uns neu für den selbstlosen Dienst in Gottes Schöpfung ausrichten.
Diese Herzmeditation von Herz zu Herz ist ein universeller Schatz der Liebe Gottes, zugänglich für alle Menschen. Aus dieser Liebe erwachsen beständiger Frieden und tiefe Freude.
Jesus Christus hat uns diesen Schatz durch das Vaterunser überliefert. Es verbindet uns unmittelbar mit dem göttlichen Vater und öffnet den Raum für eine lebendige, innere Kommunikation.
„Und es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten …
Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns unser tägliches Brot Tag für Tag und vergib uns unsere Sünden; denn auch wir vergeben jedem, der an uns schuldig wird. Und führe uns nicht in Versuchung.“ (Lk 11,14)
Dieser direkte Kontakt zwischen uns und dem göttlichen Vater in allem, was ist, dient uns als Führung auf unserer inneren Pilgerreise zu Einheit und Frieden.
Das Herz Jesu, als die göttliche Seele in uns, verbindet unseren Geist mit dem liebenden Herzen Gottes. Bitten wir Gott in der Stille unseres Herzens im Gebet oder im Lobgesang des Vaterunsers um Seine Gnade und Führung, so vereint sich unser unsteter Geist mit Gottes Herzen. Gottes Wille und Gottes Geist können so unser Leben mit Seiner Liebe erfüllen.
„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ (Lk 11,9)
Die Ausrichtung auf die Gegenwart Gottes in unserem Herzen als Himmel in uns schenkt unserem Leben Sinn. Das gesprochene oder gesungene Vaterunser im bewussten Wissen, dass Gott mit uns ist, schafft inneren Frieden, Zuversicht und Freude im liebenden Herzen Gottes.
Herzmeditation mit dem Vaterunser
zur Einheit und zum Segen aller Wesen
- Ich stelle mir vor, wie ich vor der inneren Tür meines Herzens stehe, die sich zum unendlichen Bewusstseinsraum höchsten Friedens und göttlicher Liebe in Gott, dem Vater, öffnet.
- Ich öffne die Tür meines Herzens, bewege mich in den heiligen Raum, ich verweile in der Stille und in der liebenden Gegenwart Gottes.
- In Dankbarkeit, Demut und Freude bete oder singe ich das Vaterunser zur eigenen inneren Ausrichtung, zur geistigen Führung und zum Segen aller Wesen.
Gott segne und behüte uns.
Willibald